"Geheimer" Nato Abhörstützpunkt im Bayr. Wald oder: Trabant Ausliefern etwas anders

Dieser Trabant, ein Requisit des "Theater auf Zeit" Nürnberg

Eines Tages bekam ich einen Anruf ob ich nicht einen Trabant der seinen festen Platz in einer Theater Produktion hat, wieder flott machen könne. Klar kein Problem, aber da war schon das erste, der Trabi stand auf der Bühne zum "aus parken" mussten die Eingangs-Türen des Theaters demontiert werden. Millimeter Arbeit und der Trabi war draußen. Dann kam der Trabant zu mir und er bekam erstmal eine Rundum Kur und natürlich frischen TÜV. Der Abholtermin war besprochen, doch der Herr Regisseur hatte absolut keine Zeit, bedingt durch Proben und Organisatorischem Kram, den Trabant bei mir abzuholen.Also besprachen wir uns am Telefon und ich bekam eine Einladung den Trabi in den Bayrischen Wald zu bringen, schön Essen gehen und die Location zu besichtigen, an dem die Inszenierungen stattfinden werden, modernes Theater ist ja nicht so mein Ding, aber was solls, schönes Wetter, Kumpel gefragt ob dieser Zeit hat, der war gleich dabei, also machten wir uns am Samstag mit zwei Autos auf den Weg in den Bayrischen Wald. Ich war sehr zuversichtlich was meine Arbeit am Trabant anbelangt und nahm nur einen Schraubenzieher als Bord-Werkzeug mit.

Nach zwei Stunde Fahrt eine kleine Pause gemacht, dann nahmen wir die letzte Etappe Richtung Großer Aber, die Adresse stimmte, nur kamen uns jetzt langsam Bedenken wo die Reise eigentlich hingehen sollte, egal einfach weitergefahren, erst kam Zollgrenzgebiet, dann Sperrgebiet jetzt wurde es immer seltsamer, angesichts solcher Warnschilder.

Gut die Strafe stand in DM dort also kann es nicht so schlimm sein, endlich kam der Herr Regisseur mit seiner Freundin und rückten uns eine Sondergenehmigung zur Durchfahrt in die Hand, also gut lesbar hinter der Scheibe angebracht, ging es jetzt auf 1100 Höhe, Steigung 19 % wir fuhren erstmal ohne den Trabant hoch, der sollte ja nicht gleich wieder, Kupplungsmäßig in die ewigen Jagdgründe eingehen. Oben angekommen, der absolute Wahnsinn, ein geheimer Abhörstützpunkt der NATO und den durften wir jetzt besichtigen, inklusive Atom Bunker.

Es war Überwältigend und erschreckend zugleich, Kamera Überwachung überall und als sich das 25 cm dicke Stahl Tor schloss, war alles nicht mehr so lustig. Beobachte von zwei abgerichteten Schäferhunden, die sich bald nur so zum Spaß, fast selbst zerfleischten, begannen wir unsere Führung.

Jetzt erfuhren wir das die Deutschen, Amerikaner und Franzosen (jeder hatte seine eigene Abhöranlage und arbeitet Ausnahmslos für seine Regierung) mit dieser Station, sämtlichen Funkverkehr von Tschechien, DDR, Polen bis hin zur Ukraine abhörten. Hier war Technik vom Feinsten verbaut, ein Abhörposten kostete mehrere Millionen D-Mark und davon gab es hier über zwanzig. Wir durften uns völlig Frei bewegen und bekamen so einen Einblick in den Kalten Krieg, mit welchen Unsummen von Geld, hier Tag ein Tag aus, Gespräche abgehört, gefiltert und aufgezeichnet wurden, dann war das aber wiederum alles um sonst, da seit 15 Jahren ein Tschechischer Spion in der Station arbeitete.

Eingang zu Atom Bunker, für 50 männliche Personen

Das soll eine Dusche darstellen, das war so kalt da drin, das man das eigentlich gar nicht begreifen konnte das man hier geduscht haben soll, wir haben nirgends einen Heizkörper gesehen.

Einer von mehreren Filtern die es ermöglichten, 30 Tage eingeschlossen zu bleiben und dann? Dann sollte der Atom Schlag vorbei sein und man sollte sich den Weg nach draußen Frei schießen, falls die Russen kommen. Also totaler Schwachsinn.

Hier hatten ehemalige Mitarbeiter der Station eine Aböranlage aufgebaut, also obwohl ich meine das ich kein technisches Rindviech bin, habe ich solche Geräte noch nie gesehen, hab mir lieber den Koffer mit den Goldbarren geschnappt und weg.

Hallo! Einmal Schnitzel mit ....................

Der Herr Regisseur zeigt uns in einem absolut Schalldichten Raum eine Not Tür, falls die Russen kommen.

Für solche Fotos muss man dann eben mal Hart sein und aus dem Fenster klettern, war so nicht weiter Schlimm, nur als mir draußen einer entgegen kam, da gehen einem dann verschiedene Sachen durch den Kopf,der könnte einen in die Tiefe kicken und dann sagen, der "Wimmer" hatte es aber eilig nach unten zu kommen. Nee der war Human und ließ mich die Treppe nehmen. Das war der 28 Jährige Besitzer der Anlage, diese sollte für 36 Mill. Euro abgerissen werden, zu teuer fand man, da hat man das Gelände ausgeschrieben und er konnte das beste Konzept vorlegen. Jetzt kommt eine Jugendherberge, ein Museum und noch mehrere Einrichtungen auf den Berg.

Ehemaliges Wohnhaus, seit 2004 stellte die Station ihren Dienst ein, es sieht hier aber aus wie wenn die Belegschaft gerade beim Mittag ist.

Ach ja, da war dann noch die Sache mit dem Tor, natürlich gehörte das alles zu dem Plan des Regisseurs, der wollte uns e bissele Angst machen und hatte die ganze Zeit eine Fernbedienung in der Tasche. So sind sie halt die Theater Leut. Aber das war ein sehr schöner Ausflug mit bleibenden Eindrücken.

Wer mehr über die Station wissen möchte:

www.panorama-resort.org

©Ronny Wimmer