Wellnesswoche für das feuerrote Cabrio in der Trabantwerkstatt
Das feuerrote
Cabrio ist etwas fertig und braucht eine Rundum Kur, also kam es zu mir , das es in der Trabantwerkstatt
einmal so richtig verwöhnt wird, ein fast nicht endendes Unterfangen:
Stoßstangen-Ecken
müssen befestigt werden

Ziemliches gefummle, mit meinen
"Pratzen" die Mutter und Sprengring einzufädeln, nach einer gewissen Zeit war
es dann vollbracht

Warum der Befestigungsbolzen
der Motorhaube so heraussteht, keine Ahnung, auf jedenfall ist die so nicht richtig der Bolzen
muss richtig rein geklopft werden und mit der kleinen Schraube fixiert werden.

Der Kofferraum Deckel hat geklappert,
man kann dies durch versetzen des Plastik-teils beheben.

Diese Spritzer im Lack waren
ziemlich hartnäckig, nur durch maschinelles polieren, konnten diese beseitigt werden.

Dieser Motor klingelte wie ein
alter Wecker, kein Wunder hier haben viele Schrauben gefehlt und das Blech das mit zwei Federn
gehalten wird war locker.

Der Krümmer war seltsam
montiert zwischen den Befestigungsschrauben haben sich lose Scheiben befunden, natürlich
sind sie für das rasseln des Motors mit verantwortlich.

Gerissene Auspuff Halterung,
in diesem Zustand überträgt sich das Gewicht des Vorschallers auf den Krümmer,
hat man dann noch einen fetzigen Fahrstil, ist es nur eine Frage der Zeit bis der Krümmer
reißt, die ist dann aber kaum zu überhören, es kann auch passieren, das giftige
Abgase über die Heizungsvorwärmung in den Auto Innenraum kommen, dann schlaft gut
(giftiges CO)

So sehen die Bremsen des Trabis
nach einigen tausend Kilometern aus, der Bremsstaub lagert sich überall ab, irgendwann
greift der Staub die Dichtungen im Radbremszylinder an und diese beginnen dann zu sauen. Hier
wurde alles gereinigt und die Bremsbacken durch Neue ersetzt (war nur noch 2mm Bremsbelag drauf)

Rad-Lager geschmiert, hier wird
nur das Beste Fett benutzt, da hier eine hohe Beanspruchung herrscht (eine kleine Tube kostet
ca. 5 Euros)
Lenkrad hat zu viel Spiel: Dies
wird durch lösen der Kontermutter und verdrehen der Schraube am Lenkgetriebe eingestellt.

Normalerweise werden solche Teile
mit der Lackierpistole bearbeitet, da aber die Außen Temperaturen noch im Minus Bereich
lagen, war dies nur mit streichen zu schaffen. Wenn der Trabi zur TÜV Abnahme kommt, wird
dies noch geändert.

Der "Wasser-Sack" des
Benzin-Hahns sollte öfters mal entleert werden da sich hier der Dreck und das Wasser absetzt.
Einfach abschrauben und reinigen, aber vorher Hahn schließen sonst gibt es eine Sauerei.

Der Tank ist verdreckt: Hier
hilft nur Tank entleeren und solange mit Luft ausblasen und auskratzen, bis der Tank blitzblank
ist.

Das Getriebe, hier werden die
sagenhaften 26 PS erst auf die Antriebswellen, dann auf die Räder dann auf die Straße
übertragen. Das Trabant Getriebe wird eigentlich wenig beachtet, sollten wir aber, da
hier große Kräfte wirken und durch altes Getriebe-Öl, der Abrieb erhöht
wird, ansonsten ist das Getriebe meiner Meinung nach das Teil am Trabant das am wenigsten Probleme
macht. Wer seinem Getriebe etwas gutes tun möchte wechselt alle 10000 km das Getriebe-Öl,
hier sollte ein dünnflüssiges Öl benutzt werden, da ansonsten der "vierte
Gang Freilauf" nicht richtig arbeiten kann.

Das verdrehte Lenkrad kann man
normalisieren in dem man den Lenkrad-Bock lockert und diesen verschiebt, sollte der gewünschte
Erfolg ausbleiben kann man nur noch das Lenkgetriebe demontieren und den korrekten Zusammenbau
überprüfen.

"Der leckende Getriebe-Deckel"
hier kann Öl austreten, muss aber nicht. Durch korrektes abdichten, kann dies vermieden
werden.

Wenn die Zylinderkopdichtung
"durch" ist, merkt man das oft erst sehr spät, wenn man sieht wie der Zylinder
langsam verölt, hier hilft nur alles zerlege und die Dichtungen erneuern, oftmals ist
das der Grund, das aus einer "lahmen Gurke" wieder eine "flotte Biene"
wird.

Den Sitz mal eben so nach hinten
oder vorn schieben: ging hier nicht mehr, da dieses Cabrio bei verschiedenen Theater-Vorstellungen
"mitwirkte und traktiert" wurde, waren die Rollen und Halter die für das verschieben
der Sitze da sind, ziemlich "zermanscht". Nach dem ausrichten der Schienen und dem
gangbar machen der Rollen ging das verschieben wieder wie am Schnürchen.


Bei der vergangenen Theater-Karriere
ging auch noch mehr zu Bruch. Da waren noch die Zahn-Segmente bei den Sitzen. Durch übermäßiges
"hinein fallen lassen" sind die Zahn-Segmente der Lehne zerbrochen. Dies hatte zur
Folge, das die Sitz-lehne unkontrolliert nach hinten klappt. In einer anderen Situation sicherlich
von Vorteil, hier aber nicht auszudenken was bei einer Vollbremsung passiert wäre.

Jeder kennt das Problem, Trabant
abstellen und plötzlich hat man eine Pfütze oder Fleck unter dem Vergaser, viele
"Kenner" sagen das ist normal, ist es aber nicht selbst wenn ich vergesse den Benzin-Hahn
zu schließen, darf kein tropfen austreten. Hier kann der Schwimmer falsch justiert sein
oder eine Dichtung ist hinüber, nach dem austauschen sollte das Problem behoben sein.

Wenn das Auf und Abblendlicht
nicht mehr schaltet, muss das nicht immer der Lenksäulenschalter sein, in diesem Fall
war das Kabel heraus gerissen und die Schalt-wippe im Relais abgefallen. Problem beseitigt.

Natürlich bekommt man bei
mir nur ein komplett gereinigtes Auto zurück.

Um das Cabrio wieder in seinem
alten/neuen Glanz erstrahlen zu lassen, war eine Lack-Aufbereitung unumgänglich. Verwendet
wird als Abschluss diverser Polier-arbeiten, eine Nanoversiegelung die bis zu 12 Monate den
Lack widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse macht.

Absolut nervig ist ein klappern
in oder am Auto. Der Trabant hat da eine Schwachstelle, der Luft-Austritt der zur Enteisung
der Frontscheibe dient, ist manchmal etwas ausgeleiert (Halterung) da entsteht dann ein nerviges
Klappern. Ein Stück Gummi dazwischen geklemmt und schon kann man wieder den legendären
Zwei-Takt Sound genießen.

Wer ein Trabant Cabrio sein eigen
nennt, wird dieses Teil auch haben, die so genannte Dom-strebe, sie dient dazu einer gewissen
Verwindung des Trabant, entgegen zu wirken. Da diese Teil laufend verschiedener Spannungen
und Bewegungen ausgesetzt ist muss diese entsprechend verschraubt sein. Also hier machen sich
diverse Scheiben und Sprengringe unumgänglich.

Der kleine Heizungsschlauch koste
nur ein paar Euros, ist aber ein unverzichtbarer Bestandteil, wenn man es auch mal schön
warm haben möchte. Der Trabant heizt nicht schlecht, aber ab und an kommt es vor das der
eine oder andere Trabant Besitzer über eine nicht funktionierende Heizung beschwert. Manchmal
ist dann so ein Gebilde wie oben auf dem Bild zu sehen ist drin, oder letztlich fehlt dieses
kleine Stück Schlauch im Lüfter-Gehäuse, dann kann die Heizung nicht funktionieren.
Also raus damit und Neuen rein.

Mit dem Ansaugschlauch verhält
es sich so Ähnlich, hier hat es außer einem nervenden dumpfen Geräusch keine
solchen fatalen Auswirkungen. Aber wer Wert auf Originalität legt der sollte diesen auch
austauschen oder zumindest auf Risse überprüfen.

Ein übliches Problem bei
der Persenning (Cabrio Verdeck Abdeckung) jeder kennt es, mit dem offenen Cabrio unterwegs
und es beginnt zu regnen, schnell die Abdeckung runter und schon ist der Druckknopf ausgerissen.
Sehr ärgerlich kann man aber wieder reparieren. Ich nehme dazu einen Leder-streifen und
verklebe ihn mit der Persenning genau unter dem ausgerissenem Druckknopf, dann wird an die
alte Stelle an dem der Druckknopf saß ein Neues Loch gestochen und ein Neuer Druckknopf
genietet, bis jetzt gab es keinen Fall wo der Druckknopf wieder herausgerissen wurde, vielleicht
passt man auch etwas mehr auf. Wer Probleme mit seiner Persenning hat oder eine stabilere aber
dennoch preiswertigere Persenning haben möchte (Druckknöpfe sitzen auf gedoppeltem Leder Preis 135 Euro
Maß-Anfertigung, flattert nicht wie ein altes Segel hinten drauf herum, einfach eine
Mail senden)

Wenn das Verdeck nur noch alt
und grau aussieht frische ich das mit einem speziellen Reiniger wider auf. Das Ergebnis ist
fantastisch. Vorher/Nachher

Abgas-Untersuchung beim Trabant,
das leidige Thema, beim TÜV muss jetzt ein Gerät zwischen Trabant Auspuff und AU
Gerät geschaltet werden, sonst geht das teure AU Gerät kaputt, ich Frage mich an
der Stelle immer, wo ist der Fortschritt wer hinkt hinterher !? Jedenfalls liegt der Trabant
mit seinem Ausstoß an Schadstoffen weit unter der Toleranz (für alle die es noch
nicht wissen, die weiße Fahne die hinten raus kommt liegt oft auch an den Mischkünsten
des Tankwarts. "Jo passt scho !" Eins habe ich noch anzumerken, die AU gilt jetzt für
zwei Jahre, allerdings sagt der Gesetzgeber,maximal nur bis zur nächsten Haupt-Untersuchung,
um einen Gleichlauf von TÜV und Abgas-Untersuchung anzustreben. Ich finde ist nicht ganz
schlecht wenn man im Rhytmuss ist.
© 2007 Ronny Wimmer
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